Wenn da nur dieser lästige Pfnüsel nicht wäre...
So schön könnte der Winter sein: keine Gartenarbeiten, beim nebligem Wetter keine Familienspaziergänge, die Parkplätze an den Seeufern sind vereinsamt – ideal also zum Tauchen. Wenn da nur dieser lästige Pfnüsel nicht wäre...
Mein eigener OWD-Kurs liegt schon ein Weilchen zurück, aber ich erinnere mich noch sehr gut an meine ersten Tauchversuche. Zollbrücke Rheinau sollte der Platz sein, wo ich damals zum ersten Mal so richtig tauchen würde. Es war kalt, damals im November, und ich war der einzige Schüler. Der Tauchgang sollte im Nassanzug stattfinden. Ich tauchte auch. Es war kein langer Tauchgang, denn die Kälte brachte mich fast um und die Welse beim Brückenpfeiler erschreckten mich derart grässlich, dass ich mich – entgegen dem Tauchplan – zum sofortigen Auftauchen entschloss. Mein Instruktor betonte unmittelbar und später immer wieder, dass er kaum je einen Tauchschüler mit einem solchen Glänzen in den Augen und Strahlen im Gesicht erlebt hätte. So habe er unmittelbar erkannt, dass ich der geborene Taucher sei. Ich vermute, es war damals mehr der Ausdruck von Stress. Falls mein Instruktor von damals diese Zeilen liest wird er sich bestimmt erinnern. . . Danke fürs Ermuntern! Jedenfalls: die Taucherei packte mich.
Ein Trockenanzug musste also her, damit ich auch im Winter tauchen konnte. Was folgte ist Geschichte. Ich gebe es offen zu: ich tauche sehr gerne im Winter. Nur der elende Pfnüsel trübt jedes Jahr das Tauchvergnügen. Nicht dass ich besonders empfindlich wäre. Meine Tätigkeit als Hausarzt bringt es mit sich, dass ich den Viren sehr ausgesetzt bin. Der Pfnüsel mit laufender oder verstopfter Nase wäre ja das Eine. Tauchen kann ich auch, wenn die Nase rinnt. Aber bei mir kommt häufig dazu, dass ich dann den Druckausgleich nicht hinkriege und die Ohren beim Abtauchen so weh tun, dass der Tauchgang kurz und oberflächlich bleiben muss. Die verflixten Eustachischen Röhren sind das Problem. Der Name sagt uns vielleicht nicht so viel. Aber wir kennen sie alle, diese Röhren, die den Rachenraum mit den Mittelohren verbinden. Eigentlich sind sie eine geniale Einrichtung. Sie belüften das Mittelohr, damit das Trommelfell frei schwingen kann und so den Schall weiter über die Gehörknöchelchen ins Innenohr überträgt.


