Nebst Stickstoffmenge und -bläschen scheinen andere Faktoren in der Entstehung der Dekokrankheit eine Rolle zu spielen: Geschlecht, Alter, körperliche Fitness, Hydrierung, offenes Foramen ovale (PFO). Diese Faktoren sind gut untersucht — doch sie können bislang nicht erklären, weshalb Blasenmenge und -grösse selbst bei vergleichbaren Tauchenden und vergleichbaren Tauchgängen so unterschiedlich sind.
Ein niederländischer Forscher wirft im Editorial einer tauchmedizinischen Fachzeitschrift eine mögliche Antwort auf: die aktiven hydrophoben Spots. Mikroskopisch kleine Fettröpfchen in den Blutgefässen, an denen sich Stickstoffmoleküle zu Bläschen bilden — ähnlich den «Unregelmässigkeiten» im Champagnerglas, die das Perlen erleichtern.
Hauptbestandteil dieser biologischen Spots scheint eben das DPPC zu sein. Woher kommt es? DPPC ist ein wesentlicher Teil des Surfactant — jener Substanz, die unsere Lungenbläschen offenhält und unsere Atmung überhaupt ermöglicht. Bei Frühgeborenen ist es noch nicht vorhanden — sie ersticken deswegen. Und unter langwirkenden, hohen Sauerstoffpartialdrücken nimmt das Surfactant Schaden — den technischen Tauchenden bekannt als Lorraine-Smith-Effekt oder Lungentoxizität.