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Von Regen zu Wellen: Tenero, Juni 2026 (UWR Damennati Trainingswochenende)

Von Regen zu Wellen: Tenero, Juni 2026 (UWR Damennati Trainingswochenende)

09.06.2026 Nationales Jugendsportzentrum Tenero CST

Es war einmal eine Gruppe hochmotivierter Damen, zwei Koffer zu viel und noch Rugbybälle obendrauf; ein Fahrplan, der uns mehr Überraschungen bereitete als ein Krimi mit Happy End. So begann unser Tenero‑Abenteuer: die Damen‑Nationalmannschaft auf dem Weg zur grossen Mission — der WM in Spanien im Mai 2027 — und dazwischen ein Trainingswochenende im beliebten und malerischen CST Tenero, das Trainer Yanis mit viel Liebe zum Detail vorbereitet hatte. Was er nicht geplant hatte: das Wetter, das uns den Pre‑Breakfast‑Plan durchkreuzte. Der frühe Morgenlauf? Abgesagt. Der See? Er blieb verlockend, aber nass. Kurz: Der Plan war gut, das Wetter besserwisserisch.

Die Anreise glich diesmal keiner einzigen Odyssee, sondern einer kleinen Eisenbahn‑Saga: mehrere verschiedene Züge, Umstiege, Verspätungen und ein paar unfreiwillige Sightseeing‑Runden durch Zürcher und Tessiner Bahnhöfe. Verbindungen wurden verpasst, Umwege gelegt, und manch eine Spielerin fragte sich, ob sie nicht versehentlich in einem italienischen Film gelandet sei. Beim Check‑in bot sich uns ein Panorama, das man so schnell nicht vergisst: Blick auf eine riesige Baustelle, wo ein massives Wassersportzentrum mit beweglicher Decke entsteht. „Wer weiss“, flüsterte jemand, „vielleicht findet hier bald die nächste WM statt.“ Optimismus ist ja bekanntlich die halbe Miete — und Beton die andere.

Zwei neue Gesichter aus Zürich stiegen aus dem Zug, die Augen gross wie Teller: zum ersten Mal dabei, aber sofort mittendrin statt nur dabei. Die Mannschaft nahm sie auf wie alte Freundinnen; beim Abendessen wurden die ersten Insider‑Witze ausgetauscht. Das Kennenlernspiel mit der Trainerin von den Italienerinnen Julia sorgte dafür, dass aus Fremden schnell Teamkolleginnen wurden. Lachen ist schliesslich die beste Taktik.

Der Samstag begann nicht mit Yoga am See, sondern mit Regen. Es goss in Strömen bis etwa 14:00 Uhr — und plötzlich sah man mehr Neoprenanzüge als Regenschirme. Einige Spielerinnen trugen das Neopren wie eine zweite Haut; andere schworen, dass sie nie wieder freiwillig so viel Gummi anziehen würden. Die zusätzliche Last? Spürbar. Die Stimmung? Ungebrochen. Wir haben das Wetter nicht bestellt, aber wir haben das Beste daraus gemacht — aus der Not eine Tugend machen.

Im Wasser ging es zur Sache: Warm‑up, Angriffspositionen, Freiwürfe, Trials, Spiele — Yanis hatte ein Programm, das keine Langeweile kannte. Nach jeder Einheit wurde Videoanalyse betrieben: Szenen gestoppt, Bewegungen zerlegt, Fehler wie Perlen aufgereiht und dann wieder zusammengesetzt. Dabei wurden auch Fragen gestellt: „Wieso hast du das gemacht?“ — nicht um zu kritisieren, sondern um Verständnis zu schaffen und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Taktik war das Zauberwort; wir probierten Angriffsvarianten, perfektionierten Freiwürfe und schraubten an den Details, bis die Köpf rauchten — und die Füsse Blasen bekamen. Ja, Blasen an den Füssen waren nach den intensiven Trainingszeiten nicht zu vermeiden; ein kleiner Preis für grosse Fortschritte.

Das Sparring mit den Italienerinnen war ein Highlight: neun starke, lustige Ladies, die uns ordentlich einheizten und gleichzeitig für beste Laune sorgten. Die Duelle SUI vs ITA waren spannend wie ein Krimi mit Happy End. Zwischen harten Zweikämpfen gab es immer wieder Momente, in denen man merkte: Sport verbindet — und ein gemeinsamer Espresso danach noch mehr. Die Italienerinnen brachten Temperament, wir brachten Disziplin; zusammen ergab das eine Mischung, die man nicht so schnell vergisst. Daneben gab es gezielte Einzeltrainings, in denen Technik, Kondition und Kopfarbeit im Fokus standen.

Kulinarisch war die Mensa ein sicherer Hafen: nahrhaft, lecker und genau das, was nach einem Tag im Wasser gebraucht wird. Am Sonntag gab es dann noch geschmolzene Schoggi — kleine Sünden, die man mit gutem Gewissen begeht, weil man ja schliesslich Kalorien verbrannt hat. Am Samstagabend nutzten einige die Sauna in der schönen Anlage; Dampf, Entspannung und das eine oder andere taktische Gespräch — so werden Pläne geschmiedet und Freundschaften verknüpft.

Das Mini‑Turnier war kein längeres Wiederkäuen der Trainingsinhalte, sondern ein lebendiges Abschlussfest: drei durchmischte Teams, spontane Aufstellungen, unerwartete Kombinationen und genau die Art von Spielen, die sowohl Überraschungen als auch Lachanfalle produzieren. Es gab spektakuläre Spielzüge, charmante Fehlpässe und Momente, in denen man merkte, wie sehr die Spielerinnen das Gelernte bereits verinnerlicht hatten. Am Ende standen Umarmungen, neue Freundschaften und die Erkenntnis, dass Teamgeist oft wichtiger ist als Perfektion.

Trotz holpriger Anreise, Regen und zusätzlicher Belastung war das Trainingswochenende in Tenero ein voller Erfolg: taktische Fortschritte, wertvolle Sparrings gegen starke Gegnerinnen, intensive Videoanalysen mit gezielten Fragen und eine Mannschaft, die enger zusammengerückt ist. Wir haben gelacht, geschwitzt, geschmolzene Schoggi geteilt und in der Sauna philosophiert.

Und jetzt wird es ernst: Vor uns liegen mehrere grosse Aufgaben — mehrere Frauenturniere, darunter die Central European Championship und der Champions Cup im Herbst — und die WM in Spanien im Mai 2027 bleibt das grosse Ziel. Wir gehen nicht mit halbem Herzen in die Vorbereitung, sondern mit vollem Einsatz: Technik verfeinern, Kondition steigern, taktische Abläufe einstudieren und mentale Stärke aufbauen. Wir werden die Trainings intensivieren, die Videoanalysen vertiefen und die individuellen Einheiten noch gezielter gestalten. Kurz gesagt: Wir werden nicht nur besser, wir werden besser als gestern.

Zum Schluss ein klares Versprechen: Wir arbeiten weiter, wir lernen weiter, und wir kommen stärker zurück. Wer rastet, der rostet — und wir rosten nicht. Wir schmieden Pläne, wir setzen um, und wir sind bereit, die kommenden Herausforderungen mit Herz, Hirn und harter Arbeit anzupacken. Auf die nächsten Trainings, auf die nächsten Turniere und auf eine Truppe, die zusammenhält wie Pech und Schwefel.

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Unterwasser-RugbyMedienmitteilung