Vorwort
Die meisten Menschen kennen Unterwasser-Fotos eher aus den Meeren, mit bunten schillernden Korallen-Riffen und Fischen oder großen Walen. Oder aus den klaren Alpenseen.
Aber auch die Vulkan-Eifel, die ich seit meiner Kindheit her kenne, hat einiges Unterwasser zu bieten. Und bei meinen Recherchen habe ich erfahren, dass sich bisher noch niemand diesem Thema gewidmet hat. Es liegt vielleicht daran, dass Tauchen seit den 1970er Jahren verboten wurde. Bis dahin war die Technik für die Unterwasserfotografie noch nicht so ausgereift wie heute und im Zeitalter der digitalen Fotografie ist es wesentlich einfacher geworden. Doch anscheinend ist die Eifel für Unterwasserfotografen komplett in Vergessenheit geraten.
Bekannt für Schwimmer sind die Eifel-Maare mit ihrem meist klaren und kalten Wasser. Zudem ist die Vulkan-Eifel aber auch für Wanderer interessant, die diese Umgebung schätzen. Die Vulkaneifel ist durchzogen mit kleineren Flüsschen, wie die Lieser oder die Kyll, und mit etlichen Bächen, die ebenfalls wunderbare Motive Unterwasser bieten.
In den Sommermonaten von 2015 bis 2019 habe ich mich also immer wieder an die Gewässer der Vulkan-Eifel begeben, um die Unterwasserwelt in Bildern einzufangen. Tauchen verboten – selbst für das Buchprojekt strengste Vorgaben seitens der Behörden. Alle Fotos für das Buch sind also ohne technisches Tauchgerät entstanden, teilweise sogar nur die Kamera an einer Verlängerung ins Wasser gehalten, damit Uferbereiche nicht beschädigt werden. Auch wenn einige der Maare zwar im Sommer mit Badegäste gefüllt sind, so ist das Schwimmen nicht unbedingt erlaubt. Und nicht überall funktionierte der Trick mit der Kamera an der Stange. Deshalb gibt es leider nicht von allen Maarseen Unterwasser-Aufnahmen.
Im Bereich der meisten Maare sind Straßen und Zufahrten mit Parkplätzen angelegt, hingegen bei manchen Bächen oder Wasserfällen nicht. Darum war für mich das Fotografieren in den Maaren am einfachsten. Das Equipment war relativ einfach zu transportieren und wenn es getragen werden musste, dann war der Weg nicht so weit.
Anders so bei den Bächen der Vulkaneifel - erfrischend und klar – ideal für die Unterwasserfotografie, aber oft ohne Anbindung an öffentliche Straßen oder Wege.
Wobei das arbeiten in den Bächen und Flüssen anders aussieht, als in den Maaren oder im Meer. Durch die geringen Wassertiefen ist Tauchen nicht möglich, sondern ich musste eher stehend oder liegend im Wasserlauf arbeiten – Hauptsache die Kamera ist wenigstens zur Hälfte Unterwasser und gibt den Blick unter die Wasseroberfläche frei. Über rutschige, von Algen bedeckte Steine klettern - für mich immer wieder eine Herausforderung, die allerdings auch viel Freude und wunderbare Tierbegegnungen mit sich gebracht hat. Die größte Herausforderung war meistens die Logistik, da nicht alle schönen Stellen an den Wasserläufen mit dem Auto angefahren werden können. Das bedeutet, dass das Equipment getragen werden musste – oft Kilometer weit. Und da ich meistens alleine unterwegs war, bedeutete dies für mich: ich musste alles selbst tragen! Deshalb gibt es von den schwer zu erreichenden Stellen keine „making of“ Videos. Nur das wirklich Notwendigste für die Aufnahmen Unterwasser wurde eingepackt und transportiert.
Es gab viele Ideen und Pläne für Fotos, leider spielen die Tiere und das Wetter nicht immer so mit. Andererseits sind auch Fotos entstanden, mit denen ich niemals gerechnet hatte. Situationen, in denen sekundenschnell reagiert werden musste um ein Foto zu machen. Andere Fotos, die viel Geduld im kalten Wasser erforderten, bis dann doch das gewünschte Ergebnis vorlag.
Daraus ist ein Werk entstanden, das auch denjenigen, die selbst nicht unter die Wasseroberflächen schauen können, einen Einblick in eine geheimnisvolle Welt zu geben.












